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Wie schweißt man Stahlprofile, um Verformungen zu vermeiden? Einstellungen des MIG-Schweißgeräts, Winkel und Ausrichten

Das MMA-Schweißen (Manual Metal Arc), also das klassische Schweißen mit ummantelter Elektrode, ist die älteste und zugleich zuverlässigste Technik zum Verbinden von Metallen. Im Gegensatz zum MIG/MAG-Verfahren benötigt es keine Schutzgasflasche, und im Gegensatz zum WIG-Schweißen eignet es sich hervorragend für rostiges Material und Arbeiten bei starkem Wind.

Für einen Anfänger ist die erste Begegnung mit einem Elektrodenschweißgerät jedoch oft ein Fest der Frustration. Der Lichtbogen erlischt, die Elektrode klebt „fest“ am Blech, und statt einer ästhetischen, haltbaren Schweißnaht entsteht ein Berg poröser Schlacke mit sichtbaren Blasen.

In 90 % der Fälle sind diese Probleme auf Unkenntnis der Physik des Lichtbogens, eine falsch eingestellte Stromstärke am Bedienfeld der Maschine und eine falsche Führung des Schweißbrenners zurückzuführen. In diesem Text übersetzen wir die ingenieurtechnischen Prinzipien des Schweißens in die Sprache der Werkstatt. Wir erklären, wie man die Stromstärke auf die Dicke der Elektrode abstimmt, beantworten die ewige Frage: „Schieben oder ziehen“, und zeigen eine Technik, die das Abfließen von flüssigem Metall beim vertikalen Schweißen verhindert.

  • hinzugefügt: 27-05-2026
Wpis blogowy numer 3

Das MMA-Schweißen (Manual Metal Arc), also das klassische Schweißen mit ummantelter Elektrode, ist die älteste und zugleich zuverlässigste Technik zum Verbinden von Metallen. Im Gegensatz zum MIG/MAG-Verfahren benötigt es keine Schutzgasflasche und im Gegensatz zum WIG-Schweißen eignet es sich hervorragend für rostiges Material und Arbeiten bei starkem Wind.

Für einen Anfänger ist die erste Begegnung mit einem Elektrodenschweißgerät jedoch oft ein Fest der Frustration. Der Lichtbogen erlischt, die Elektrode klebt „fest“ am Blech, und statt einer ästhetischen, haltbaren Schweißnaht entsteht ein Berg poröser Schlacke mit sichtbaren Blasen.

In 90 % der Fälle sind diese Probleme auf Unkenntnis der Physik des Lichtbogens, eine falsch eingestellte Stromstärke am Bedienfeld der Maschine und die falsche Bewegungsrichtung des Schweißbrenners zurückzuführen. In diesem Text übersetzen wir die technischen Grundlagen des Schweißens in eine für die Werkstatt verständliche Sprache. Wir erklären, wie man die Stromstärke an die Dicke der Elektrode anpasst, beantworten die ewige Frage: „Schieben oder ziehen?“, und zeigen eine Technik, die das Herabfließen von flüssigem Metall beim vertikalen Schweißen verhindert.

Wie funktioniert das MMA-Schweißen? Rolle und Arten der Hülle (Rutil vs. basisch)

Bevor du die Lichtbogenzündung durchführst, musst du das Werkzeug verstehen, mit dem du arbeitest. Im Gegensatz zum blanken Draht in einem MIG-Schweißgerät besteht die MMA-umhüllte Elektrode aus einem Metallkern (der schmilzt und die Schweißnaht bildet) sowie einer dicken äußeren Umhüllung. Unter dem Einfluss der Lichtbogentemperatur (ca. 5000 °C) verbrennt die Hülle. Die bei ihrer Zersetzung entstehenden Gase bilden eine dichte Schutzhülle um das Schweißbad und schirmen das flüssige Metall vom Sauerstoff ab. Die geschmolzene Hülle steigt als Schlacke an die Oberfläche und isoliert die abkühlende Schweißnaht thermisch, wodurch Risse verhindert werden.

Die meisten Fehler und Probleme beim Einschmelzen bei Anfängern sind auf die Verwendung einer für die jeweilige Aufgabe ungeeigneten Elektrode zurückzuführen. Auf dem Markt dominieren zwei Arten von Hüllen, die sich im Lichtbogen extrem unterschiedlich verhalten. Wenn Sie weitere Informationen suchen, lesen Sie unbedingt unseren Artikel: Wie wählt man eine ummantelte Elektrode aus?

Rutilelektroden (AWS-Bezeichnung: 6013)
Sie sind der absolute Werkstattstandard und der beste Freund von Anfängern. Sie zünden sehr leicht, selbst auf kaltem Material. Der Lichtbogen ist „weich“ und sehr stabil, was eine glatte Schweißnahtoberfläche ergibt. Man kann mit ihnen mit Wechselstrom (AC) oder Gleichstrom schweißen, wenn sie an einen MINUS-Schweißer am Arbeitsgriff angeschlossen sind. Sie eignen sich ideal zum Schweißen von Toren, Zäunen, dünnwandigen Profilen und Loft-Möbeln. Sie haben jedoch einen Nachteil – die Schweißnaht ist relativ spröde, weshalb sie nicht für tragende Konstruktionen verwendet werden dürfen, die starken Vibrationen ausgesetzt sind.

Basische Elektroden (AWS-Bezeichnung: 7018)
Dies ist ein Werkzeug für Profis, das bei anspruchsvollen Konstruktionen (Anhängerrahmen, Hallenträger) erforderlich ist. Sie gewährleisten extreme metallurgische Reinheit und höchste Bruchfestigkeit (Schlagzähigkeit). Sie sind jedoch schwer zu zünden und arbeiten ausschließlich mit Gleichstrom (DC) mit Plus an der Elektrode (DC+). Wichtigster technologischer Hinweis: die basische Hülle ist stark hygroskopisch (sie nimmt Wasser aus der Luft auf). Wenn Sie sie vor dem Schweißen nicht in einem speziellen Trockner (ca. 300 °C) vorwärmen, entstehen in der Schweißnaht Millionen mikroskopisch kleiner Poren durch eingeschlossenen Wasserstoff.

Wie stellt man den Schweißstrom entsprechend der Elektrodenstärke ein? [Auswahltabelle]

Die Physik des Metallschmelzens lässt sich nicht austricksen. Bei zu geringer Stromstärke klebt die Elektrode sofort am Blech fest, und es findet kein Eintauchen statt (das Metall haftet nur oberflächlich). Ein zu hoher Strom hingegen führt dazu, dass die Elektrode rotglühend wird, die Ummantelung abfällt, es zu einer enormen Menge an Spritzern kommt und die Kanten tief eingeschmolzen werden.

Die goldene Regel des Schweißens, die die Konfiguration jedes 230-V-Elektrodenschweißgeräts erleichtert, lautet: Sie benötigen 30 A bis 40 A pro 1 Millimeter Durchmesser des Elektrodenkerns. Die folgende Tabelle zeigt die sicheren Bereiche für Rutilelektroden beim Schweißen in der Flachlage (horizontal).

Dicke des zu schweißenden Materials Empfohlener Strom (Ampere) /tr /thead40 A – 60 A2,5 mm 2,0 mm – 4,0 mm 60 A – 90 A
Elektrodendicke
2,0 mm 1,5 mm – 2,5 mm
3,2 mm 3,0 mm – 6,0 mm 90 A – 130 A
4,0 mm über 5,0 mm 130 A – 180 A

Expertenhinweis: Diese Werte müssen je nach Position angepasst werden. Wenn Sie in einer Innenecke schweißen (Keilnaht), entweicht die Wärme schneller in zwei Bleche – Sie müssen den Strom um etwa 10 % erhöhen. Wenn Sie senkrecht nach oben schweißen (PF), sollte der Strom um 10–15 % reduziert werden, damit der flüssige Schweißbad unter dem Einfluss der Schwerkraft nicht nach unten fließt.

Sollte man mit der MMA-Elektrode von sich weg oder auf sich zu schweißen?

Das ist die am häufigsten gestellte Frage in Fachforen. Eine falsche Führung des Schweißbrenners bei der MMA-Methode führt zu einer vollständigen Verunreinigung der Schweißnaht, was die Konstruktion drastisch schwächt. Es gibt nur eine unumstößliche Regel: Bei der MMA-Methode schweißen wir immer, indem wir die Elektrode „zu uns hin“ ziehen (engl. Drag Technique).

Dieses Phänomen lässt sich durch die Strömungsphysik erklären. Die Schweißhaut geht nach dem Verbrennen in einen flüssigen Zustand über. Würdest du die Elektrode nach vorne schieben, würde die flüssige, leichte Schlacke den Schweißlichtbogen leicht überholen und sich zwischen die Elektrode und das reine Material schütten. Es käme zu einer sogenannten Einschlussverunreinigung. Wenn man die Elektrode hinter sich herzieht (in einem Winkel von 60–70 Grad zum Werkstück geneigt), „drückt“ die Ausstoßkraft der Gase aus dem Lichtbogen die flüssige Schlacke nach hinten, sodass sich der Lichtbogen ideal in den reinen Grundwerkstoff einschmelzen kann.

Ebenso entscheidend ist der Abstand der Elektrode zum Blech. Wenn man die Hand nach oben zieht, entsteht ein „langer Lichtbogen“, der an Stabilität verliert, riesige Spritzer verursacht und die Eindringtiefe verringert. Die Lichtbogenlänge sollte immer ungefähr dem Durchmesser des Elektrodenkerns entsprechen. Führen Sie den Brenner so, dass die Kante der Hülle fast über das Blech „schleift“. Dies verschafft Ihnen chirurgische Präzision und eine schöne Schweißnaht.

Wie schweißt man mit einer ummantelten Elektrode vertikal (PF-Position)? Die „Weihnachtsbaum“-Technik

Das Schweißen von Rahmen oder Konstruktionen erfordert fast immer das Arbeiten in Zwangslagen. Das vertikale Schweißen von unten nach oben (PF-Position) ist der ultimative Test für Ihre Fähigkeiten. Ihr Gegner ist hier die Schwerkraft, die das flüssige, heiße Metall nach unten zieht.

Um eine korrekte Schweißnaht zu erzielen, halte die Elektrode senkrecht zum Blech (oder mit einem minimalen Winkel von 5 Grad nach oben geneigt) und wende eine oszillierende Bewegung an (Dreieck- oder „Weihnachtsbaum“-Technik). Da das Metall nach unten fließt, kannst du die Elektrode nicht einfach in einer geraden Linie führen. Zuerst bringst du einen Tropfen auf die rechte Kante der Fuge auf (hier schmilzt das Material ein), dann führst du ihn mit einer schnellen Querbewegung auf die linke Kante und machst anschließend eine kurze, schräge Bewegung nach oben zur Mitte. Durch diesen schnellen Sprung „kühlt“ der mittlere Teil des Schweißbads für den Bruchteil einer Sekunde ab und bildet eine harte „Ablage“, die die nächste aufgetragene Schicht flüssigen Metalls stützt. Für diese Arbeit benötigst du unbedingt einen erstklassigen, reaktionsschnellen Schweißhelm, um beim Überprüfen des dunklen Schweißbads nicht dein Augenlicht zu verlieren.

Warum klebt die Elektrode am Blech? Einstellungen des MMA-Inverters

Wenn du eine alte Transformator-Schweißmaschine verwendest, ist das „Kleben“ der Elektrode auf kaltem Material an der Tagesordnung. Moderne mikroprozessorgesteuerte Inverter verfügen über Systeme, die Bedienungsfehler ausgleichen. Wenn Ihr Gerät trotz guter Stromstärke Probleme bereitet, überprüfen Sie die folgenden Funktionen (geprüfte Modelle finden Sie in unserer Übersicht empfohlener Elektroden-Schweißgeräte):

  • Hot Start (Lichtbogenzündung): Eine Funktion, die die Lichtbogenzündung erleichtert. Wenn Sie das Blech berühren, erhöht das Gerät für den Bruchteil einer Sekunde die Stromstärke (z. B. um 30 %). Der kalte Kern schmilzt sofort, durchbricht die Rostschicht und verhindert ein Festkleben.
  • Arc Force (Lichtbogendynamik): Ein System, das vor Kurzschlüssen schützt. Wenn deine Hand zittert und du die Elektrode zu nah an das Schmelzbad bringst, „legt“ die Elektronik automatisch mehr Strom zu, wodurch der Lichtbogen stabilisiert wird und nicht erlischt.
  • Anti Stick: Schutzfunktion. Wenn sich die Elektrode jedoch endgültig festschweißt, unterbricht der Inverter den Strom. Die Elektrode wird nicht glühend heiß und lässt sich leicht mit der Hand (im Handschuh) ablösen, wodurch das Gerät vor einem Brand geschützt wird.

Ein weiterer Grund für das Erlöschen des Lichtbogens ist das Phänomen der magnetischen Ablenkung (Arc Blow). Es tritt beim Schweißen mit Gleichstrom (DC) in tiefen Ecken auf. Das Magnetfeld „bläst“ den Lichtbogen buchstäblich den Lichtbogen zur Seite und verhindert so das Einbrennen. Um dem entgegenzuwirken, sollte die Masse an einer anderen Stelle am Werkstück angeschlossen werden oder vorübergehend auf die Verwendung von Magnetwinkeln verzichtet werden, die das Magnetfeld im Knotenpunkt verstärken. Verwenden Sie zum Ausrichten der Werkstücke stets stabile, mechanische Schweißspannvorrichtungen.

Das Geheimnis der MMA-Schweißer: Wie liest man das Schweißbad?

Selbst die besten Maschineneinstellungen helfen nichts, wenn der Bediener flüssiges Metall nicht von flüssiger Schlacke unterscheiden kann. Das Schweißbad beim MMA-Schweißen hat zwei Farben. Ganz vorne, unter dem Lichtbogen, befindet sich eine „lebendige“, hellorangefarbene, fast weiße Zone – das ist der schmelzende Stahl. Direkt dahinter folgt eine etwas dunklere, kirschrote Zone, oft mit sichtbaren, kleinen „Wirbeln“ an der Oberfläche – das ist die geschmolzene Schlacke aus der Hülle.

Die ganze Kunst des Schweißens mit der Elektrode besteht darin, die dunklere Schlacke im Hintergrund zu halten. Wenn du den Brenner zu langsam führst, wirst du feststellen, dass die dunkle Masse beginnt, den hellen Schweißbad vorauseilen und den Lichtbogen „überfluten“. Das bedeutet, dass in Kürze eine massive Schlackeneinlagerung entstehen wird. Wenn du das bemerkst, erhöhe sofort leicht die Vorschubgeschwindigkeit und stelle sicher, dass der Neigungswinkel der Elektrode ausreichend spitz ist, damit der Gasstrom die Schlacke für dich wegbläst. Das Beobachten dieses Phänomens und die richtige Reaktion darauf sind Fähigkeiten, die einen Amateur von einem Fachmann unterscheiden, der Schweißnähte in Röntgenqualität erstellt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie schweißt man mit der Elektrode: von sich weg oder auf sich zu?

Bei der MMA-Methode (Schweißen mit ummantelter Elektrode) wird ausschließlich die Technik des „auf sich zu“ Ziehens der Elektrode (Backhand) angewendet. Die Elektrode sollte in einem Winkel von 60–70 Grad in die Richtung geneigt werden, in die die Hand bewegt wird. Der Versuch, die Elektrode vor sich herzuschieben, führt dazu, dass die flüssige, leichtere Schlacke dem Lichtbogen vorausläuft und sich vor das geschmolzene Metall schüttet, wodurch irreparable Schlackeneinschlüsse (Schlackeeinschlüsse) in der Schweißnahtstruktur entstehen.

Welchen Strom (Ampere) sollte man beim Schweißen mit 2,5-mm- und 3,2-mm-Elektroden einstellen?

Eine grundlegende technische Regel sieht vor, dass pro 1 Millimeter Kerndurchmesser der Elektrode 30 A bis 40 A zugeführt werden. Das bedeutet, dass für die in Werkstätten am häufigsten verwendete 2,5-mm-Elektrode der optimale Bereich bei 60 A bis 90 A liegt (abhängig von der Position und der Materialstärke). Die dickere 3,2-mm-Elektrode hingegen, die für Bleche mit einer Dicke von über 3 mm vorgesehen ist, erfordert eine Einstellung im Bereich von 90 A bis 130 A.

Warum klebt die Elektrode beim Zünden am Material fest?

Das Festkleben der Elektrode beim Zünden ist das häufigste Problem von Anfängern. Die Hauptursache dafür ist eine zu niedrige Ausgangsspannung (zu geringe Stromstärke am Schweißgerät) im Verhältnis zur Dicke der Elektrode. Ein weiterer Grund kann ein stark verrostetes oder lackiertes Werkstück sein – ein schlechter Massefluss drosselt die Startleistung. Bei modernen Invertergeräten wird dieses Problem durch die Aktivierung der Hot-Start-Funktion beseitigt, die während der Zündung des Lichtbogens einen kurzzeitigen Stromanstieg bewirkt.