Ein Schweißhelm gehört zu den wichtigsten Bestandteilen der persönlichen Schutzausrüstung beim Schweißen. Er schützt Gesicht und Augen vor intensiver Lichtstrahlung, Funken und Spritzern. Beim Kauf sollte jedoch nicht nur auf den Preis geachtet werden. Entscheidend sind unter anderem der Filtertyp, der Verdunkelungsbereich, das Sichtfeld, die optische Klasse, das Gewicht und die Passform.
Arten von Schweißhelmen
Grundsätzlich werden zwei Arten von Schweißhelmen unterschieden: passive Modelle und Automatik-Schweißhelme. Beide können die erforderliche Schutzfunktion erfüllen, unterscheiden sich jedoch deutlich beim Bedienkomfort.
| Helmtyp | Funktionsweise | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Passiver Schweißhelm | fester Filter mit konstanter Schutzstufe | einfach, robust, leicht und preiswert | Helm oder Sichtscheibe muss zwischen den Arbeitsschritten angehoben werden |
| Automatik-Schweißhelm | ADF-Filter dunkelt beim Zünden des Lichtbogens automatisch ab | hoher Komfort, Werkstück bleibt vor und nach dem Schweißen sichtbar | höherer Preis und mehr Einstellmöglichkeiten |
Passive Schweißhelme
Passive Modelle sind leicht, unkompliziert und häufig preisgünstig. Der Filter besitzt eine feste Schutzstufe und kann bei vielen Modellen ausgetauscht werden. Solche Helme werden weiterhin beim MIG/MAG- und MMA-Schweißen eingesetzt, insbesondere wenn eine einfache und robuste Lösung gefragt ist.
Der Nachteil zeigt sich beim Arbeitsablauf: Um das Werkstück zwischen den Schweißungen zu kontrollieren oder neu zu positionieren, muss der Schweißer den Helm beziehungsweise die Sichtscheibe anheben und vor der nächsten Zündung wieder absenken.
Automatik-Schweißhelme
Automatische Modelle arbeiten mit einer selbstabdunkelnden Filterkassette, dem sogenannten ADF-Filter. Sensoren erkennen den Lichtbogen und schalten das Sichtfeld innerhalb sehr kurzer Zeit von hell auf dunkel. Nach dem Erlöschen des Lichtbogens hellt der Filter wieder auf.
Dadurch kann der Schweißer das Werkstück vor und nach dem Schweißen sehen, ohne den Helm ständig hochklappen zu müssen. Das ist insbesondere bei häufigen Heftpunkten, präzisen Arbeiten und WIG-Schweißen komfortabel.
Eine Auswahl passiver und automatischer Modelle finden Sie in der Kategorie Schweißhelme und Automatikhelme.
Schweißhelme mit Frischluftsystem
Für Arbeitsplätze mit erhöhter Schweißrauchbelastung gibt es Schweißhelme, die mit einem Gebläseatemschutzsystem kombiniert werden. Das Gebläse wird meist am Gürtel getragen und führt die gefilterte Luft über einen Schlauch in den Helm.
Ein Gebläseatemschutz ersetzt keine erforderliche Absaugung oder Lüftung am Arbeitsplatz. Welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind, hängt unter anderem vom Schweißverfahren, Werkstoff, Zusatzwerkstoff und Einsatzort ab.
Welcher Schweißhelm ist der richtige?
Ein gut gewählter Schweißhelm sollte sicher, bequem und auf das verwendete Schweißverfahren abgestimmt sein. Besonders wichtig sind Sichtfeld, Verdunkelungsbereich, Gewicht und Passform.
| Kriterium | Worauf achten? | Warum ist das wichtig? |
|---|---|---|
| Sichtfeld | ausreichend große Filterkassette für die geplanten Arbeiten | verbessert Orientierung und Kontrolle des Werkstücks |
| Schweißverfahren | passender DIN-Bereich und zuverlässige Lichtbogenerkennung | MIG/MAG, MMA und WIG können unterschiedliche Anforderungen stellen |
| Gewicht | möglichst ausgewogen und nicht unnötig schwer | reduziert Belastung von Nacken und Kopf bei längerer Arbeit |
| Passform | verstellbares Kopfband, weiche Auflageflächen und Schweißband | verhindert Druckstellen und verbessert den Sitz |
Sichtfeld
Ein größeres Sichtfeld erleichtert die Orientierung und kann besonders bei komplexeren Bauteilen oder längeren Arbeitseinsätzen angenehm sein. Die reine Filtergröße sollte jedoch nicht isoliert bewertet werden – auch Sichtqualität, Gewicht und Balance des Helms spielen eine Rolle.
Schweißverfahren
Der Filter muss zum verwendeten Verfahren und Schweißstrom passen. Beim WIG-Schweißen mit niedrigen Strömen ist beispielsweise eine zuverlässige Lichtbogenerkennung besonders wichtig. Bei MIG/MAG- und MMA-Arbeiten werden häufig höhere Lichtbogenleistungen verwendet.
Wer ein Automatikmodell für mehrere Verfahren sucht, sollte daher auf einen ausreichend breiten Verdunkelungsbereich und passende Sensitivity-Einstellungen achten.
Gewicht und Passform
Das Gewicht macht sich vor allem bemerkbar, wenn der Helm mehrere Stunden getragen wird. Neben einem möglichst geringen Gewicht ist eine gute Balance wichtig. Der Helm sollte am Kopf stabil sitzen, ohne übermäßigen Druck auf Stirn oder Hinterkopf auszuüben.
Optische Klasse des Schweißhelms – was bedeutet 1/1/1/1?
Bei Automatik-Schweißfiltern wird häufig eine vierstellige optische Klassifizierung nach EN 379 angegeben. Die vier Werte beschreiben unterschiedliche Eigenschaften der Filterkassette.
| Position | Bewertung | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1. | Optische Klasse | Abbildungsqualität und optische Verzerrungen |
| 2. | Streulicht | Einfluss von Verunreinigungen und Lichtstreuung im Filter |
| 3. | Homogenität | Gleichmäßigkeit der Lichttransmission beziehungsweise Abdunkelung |
| 4. | Blickwinkelabhängigkeit | Veränderung der Schutzstufe bei schrägem Blick durch den Filter |
Die Werte werden von 1 bis 3 angegeben, wobei Klasse 1 die beste Bewertung darstellt. Eine Kennzeichnung wie 1/1/1/1 steht deshalb für sehr gute Ergebnisse in allen vier Kategorien.
Automatik-Schweißhelm – wie stellt man ihn richtig ein?
Ein passiver Helm benötigt außer der Anpassung des Kopfbandes und der Auswahl eines geeigneten Filters keine elektronische Einstellung. Bei einem Automatik-Schweißhelm müssen dagegen mehrere Parameter auf das Schweißverfahren und die Arbeitsbedingungen abgestimmt werden.
1. Verdunkelungsgrad einstellen
Zuerst wird die passende Schutzstufe eingestellt. Viele Automatikhelme bieten beispielsweise einen Bereich von DIN 9 bis DIN 13. Welche Schutzstufe erforderlich ist, hängt vom Schweißverfahren und vom Schweißstrom ab. Deshalb sollte immer die Tabelle beziehungsweise Bedienungsanleitung des jeweiligen Helms berücksichtigt werden.
2. Sensitivity einstellen
Mit SENSITIVITY wird festgelegt, wie empfindlich die Sensoren auf den Lichtbogen reagieren. Eine höhere Empfindlichkeit ist insbesondere bei niedrigeren Schweißströmen sinnvoll. Befinden sich weitere Lichtbögen oder starke Lichtquellen in der Umgebung, kann eine zu hohe Empfindlichkeit jedoch zu unbeabsichtigtem Abdunkeln führen.
3. Delay einstellen
DELAY bestimmt, wie lange der Filter nach dem Erlöschen des Lichtbogens dunkel bleibt. Bei höherem Wärmeeintrag oder sehr hellem Nachglühen kann eine längere Verzögerung angenehmer sein. Bei kurzen Heftarbeiten kann eine kürzere Einstellung den Arbeitsablauf beschleunigen.
Shade = Verdunkelungsgrad, Sensitivity = Empfindlichkeit der Sensoren, Delay = Verzögerung beim Wiederaufhellen.
Automatikfilter vor dem Schweißen prüfen
Vor Arbeitsbeginn sollte kontrolliert werden, ob Filter, Sensoren, Schutzscheiben und Stromversorgung des Helms in ordnungsgemäßem Zustand sind. Die Sensoren dürfen nicht verdeckt oder stark verschmutzt sein, und beschädigte Schutzscheiben sollten ersetzt werden.
Für den Funktionstest sollte die vom Hersteller vorgesehene TEST-Funktion verwendet werden, sofern der Helm darüber verfügt. Nicht jeder ADF-Filter reagiert zuverlässig auf eine gewöhnliche Taschenlampe, weshalb ein solcher Test keine sichere Funktionsprüfung ersetzt. Wenn der Filter nicht ordnungsgemäß arbeitet oder Zweifel an seiner Funktion bestehen, darf der Helm nicht zum Schweißen verwendet werden.
Passende Helme, Automatikmodelle und Zubehör finden Sie unter Schweißhelme.
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|---|---|
| MAGNUM Turbo True Color | APS Expert P31 AIR10V2 UP/DOWN |
Fazit
Passive Schweißhelme sind einfach, robust und günstig. Automatikhelme bieten dagegen deutlich mehr Komfort, weil der Filter den Lichtbogen selbstständig erkennt und abdunkelt. Für regelmäßiges Schweißen, häufiges Heften und präzise WIG-Arbeiten ist ein gutes Automatikmodell deshalb meist die praktischere Lösung.
Beim Kauf sollten Verdunkelungsbereich, optische Klasse, Sichtfeld, Sensorik, Gewicht und Passform gemeinsam bewertet werden. Noch wichtiger ist die korrekte Einstellung: Nur ein zum Verfahren und Schweißstrom passend eingestellter Filter ermöglicht komfortables und sicheres Arbeiten.
Häufig gestellte Fragen zu Schweißhelmen
Welche Arten von Schweißhelmen gibt es?
Grundsätzlich unterscheidet man passive Schweißhelme mit festem Schutzfilter und Automatik-Schweißhelme mit selbstabdunkelndem ADF-Filter. Zusätzlich gibt es Modelle mit Gebläseatemschutz für Arbeitsbereiche mit erhöhter Schweißrauchbelastung.
Welcher Schweißhelm ist der richtige?
Wichtig sind das Schweißverfahren, der benötigte Verdunkelungsbereich, die Größe des Sichtfeldes, Gewicht und Passform sowie bei Automatikhelmen die optische Klasse, Anzahl und Anordnung der Sensoren und Einstellmöglichkeiten für Sensitivity und Delay.
Wie stellt man einen Automatik-Schweißhelm richtig ein?
Zuerst wird der passende Verdunkelungsgrad für Verfahren und Schweißstrom gewählt. Anschließend werden Empfindlichkeit und Verzögerungszeit so eingestellt, dass der Filter den Lichtbogen zuverlässig erkennt und nach dem Schweißen nicht zu früh wieder aufhellt.
Was bedeutet die optische Klasse 1/1/1/1?
Die vier Werte beziehen sich nach EN 379 auf optische Qualität, Streulicht, Gleichmäßigkeit der Lichttransmission und Blickwinkelabhängigkeit. Die Bewertung 1 ist jeweils die beste Klasse.

