Schweißen wird sowohl in der Industrie als auch in privaten Werkstätten eingesetzt. Unabhängig vom Einsatzort ist der Schweißer dabei verschiedenen Gefährdungen ausgesetzt: intensiver Lichtbogenstrahlung, hohen Temperaturen, Metallspritzern, Schweißrauch, Lärm und elektrischer Energie.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Schweißen grundsätzlich unsicher sein muss. Viele Risiken lassen sich durch einen gut vorbereiteten Arbeitsplatz, wirksame Absaugung und Lüftung, technisch einwandfreie Ausrüstung sowie geeignete persönliche Schutzausrüstung deutlich reduzieren. Im Folgenden zeigen wir die wichtigsten Gefahren und die passenden Schutzmaßnahmen.
Die wichtigsten Gefahren beim Schweißen - im Überblick
| Gefahr | Mögliche Folgen | Schutzmaßnahme |
|---|---|---|
| Lichtbogenstrahlung | Augen- und Hautschäden | Schweißhelm mit geeigneter Schutzstufe, bedeckende Schutzkleidung |
| Schweißrauch | Reizungen und Erkrankungen der Atemwege | lokale Absaugung, Lüftung, bei Bedarf Atemschutz |
| Lärm | Ermüdung und mögliche Hörschäden | Lärm reduzieren und geeigneten Gehörschutz verwenden |
| Elektrischer Strom | elektrischer Schlag | intakte Leitungen, trockene Arbeitsbedingungen, korrekte Stromrückführung |
| Ungünstige Körperhaltung | Rücken-, Muskel- und Gelenkbeschwerden | ergonomische Werkstückposition und gute Arbeitsplatzorganisation |
Lichtbogenstrahlung - warum die Augen besonders geschützt werden müssen
Der Lichtbogen ist eine intensive Quelle sichtbarer, ultravioletter und infraroter Strahlung. Ohne geeigneten Schutz kann es zu schmerzhaften Augenverletzungen kommen, die häufig als „Verblitzung“ oder „Lichtbogenauge“ bezeichnet werden.
Auch die Haut von Gesicht, Hals und Händen muss geschützt werden. UV-Strahlung sowie heiße Funken und Spritzer können Verbrennungen verursachen. Beim Lichtbogenschweißen sollte deshalb keine ungeschützte Haut im direkten Strahlungsbereich bleiben.
Beim Lichtbogenschweißen ist ein geeigneter Schweißhelm mit passendem Filter erforderlich. Eine normale Schutzbrille kann bei Schleif- und Nebenarbeiten sinnvoll sein, ersetzt aber keinen korrekt eingestellten Schweißfilter.
Passende Modelle finden Sie unter Schweißhelme und Automatikhelme. Hinweise zur richtigen Einstellung finden Sie außerdem im Beitrag Schweißhelm kaufen und richtig einstellen.
Schweißrauch und Gase - eine der wichtigsten Gesundheitsgefahren
Beim Schweißen entsteht ein Aerosol aus sehr feinen Partikeln, die unter anderem aus dem Grundwerkstoff, dem Zusatzwerkstoff und dessen Legierungsbestandteilen stammen. Die Zusammensetzung des Schweißrauchs hängt vom Verfahren, vom Material, von Elektroden oder Draht sowie von vorhandenen Beschichtungen ab.
Besondere Vorsicht ist bei verzinkten, lackierten oder beschichteten Bauteilen sowie bei bestimmten legierten Stählen erforderlich. Beim Erhitzen können zusätzliche Stoffe und Gase freigesetzt werden. Deshalb sollte die Schweißstelle richtig vorbereitet und der entstehende Rauch wirksam aus dem Atembereich entfernt werden.
In der Praxis gilt: Schweißrauch sollte möglichst nahe an seiner Entstehungsstelle erfasst werden. In Innenräumen ist dafür vor allem eine geeignete lokale Absaugung wichtig. Ein geöffnetes Fenster oder Tor sollte nicht als universelle Schutzmaßnahme bei regelmäßigen Schweißarbeiten betrachtet werden.
- Die Entstehung von Rauch soweit wie möglich reduzieren.
- Rauch direkt an der Quelle absaugen.
- Für eine ausreichende Raumlüftung sorgen.
- Wenn technische Maßnahmen nicht ausreichen, geeigneten Atemschutz einsetzen.
Lärm und Gehörschutz
In einer Werkstatt entsteht Lärm nicht nur durch den eigentlichen Schweißprozess. Häufig sind Schleifen, Trennen, Hämmern, Richten und andere Arbeiten sogar deutlich lauter. Eine langfristig hohe Lärmbelastung kann das Gehör dauerhaft schädigen.
Wenn der Arbeitsplatz stark lärmbelastet ist, sollte der Schall möglichst an der Quelle reduziert werden. Reicht das nicht aus, ist geeigneter Gehörschutz erforderlich. Ein Schweißhelm schützt das Gehör nicht automatisch - Augen- und Gehörschutz sind getrennt zu betrachten.
Elektrischer Schlag und elektromagnetische Felder
Elektrische Gefahren betreffen alle Lichtbogenschweißverfahren und nicht nur das WIG-Schweißen. Besonders kritisch sind beschädigte Leitungen, feuchte Kleidung, nasse Böden und schlecht angeschlossene Rückleitungen.
Vor Arbeitsbeginn sollten Schweißleitungen, Brenner beziehungsweise Elektrodenhalter, Masseklemme und Isolierung kontrolliert werden. Offene oder beschädigte Teile des Stromkreises dürfen nicht mit nassen Händen oder ungeschützter Haut berührt werden.
Durch die hohen Ströme in den Schweißleitungen entstehen außerdem elektromagnetische Felder. Deshalb sollten Schweißleitungen nicht um Oberkörper, Arme oder Beine gewickelt werden. Hin- und Rückleitung sollten möglichst sinnvoll geführt und die Rückleitung nahe an der Schweißstelle angeschlossen werden.
Personen mit Herzschrittmachern, implantierten Defibrillatoren oder anderen aktiven medizinischen Implantaten sollten vor Schweißarbeiten die Herstellerhinweise und geeignete arbeitsmedizinische Empfehlungen beachten.
Körperhaltung und Ergonomie beim Schweißen
Schweißarbeiten werden häufig gebückt, kniend, über Kopf oder in schwer zugänglichen Bereichen ausgeführt. Wird eine solche Haltung über längere Zeit beibehalten, können Rücken, Nacken, Schultern, Knie und Handgelenke stark belastet werden.
Zusätzlich müssen Werkstücke oft manuell angehoben, gedreht oder fixiert werden. Sinnvoll ist deshalb eine Arbeitsplatzgestaltung, bei der möglichst viel in einer ergonomischen Arbeitshöhe geschweißt werden kann. Schweißtische, Spannmittel, Positionierhilfen und stabile Werkstückaufnahmen können die Belastung deutlich verringern.
Wie schützt man sich beim Schweißen richtig?
Sicheres Schweißen bedeutet mehr als nur das Tragen eines Helms. Die Schutzmaßnahmen sollten Augen und Gesicht, Haut, Hände, Atemwege, Gehör und den gesamten Arbeitsplatz berücksichtigen.
| Schutzbereich | Grundlegende Schutzmaßnahme |
|---|---|
| Augen und Gesicht | Schweißhelm mit korrekt gewähltem Filter |
| Hände | zum Verfahren passende Schweißerhandschuhe |
| Körper | geeignete Schweißerschutzkleidung, die die Haut bedeckt |
| Atemwege | lokale Absaugung und bei Bedarf geeigneter Atemschutz |
| Gehör | Gehörschutz entsprechend der tatsächlichen Lärmbelastung |
| Füße | stabiles, für Werkstattarbeiten geeignetes Sicherheitsschuhwerk |
5 Dinge, die Sie vor dem Zünden des Lichtbogens prüfen sollten
- Sind Schweißleitungen, Brenner und Masseklemme technisch in Ordnung?
- Befinden sich keine brennbaren Materialien im Funkenbereich?
- Wird der Schweißrauch wirksam aus dem Atembereich entfernt?
- Sind Helm, Handschuhe, Kleidung und Schuhe passend gewählt?
- Ist das Werkstück sicher fixiert und kann es in einer stabilen Position geschweißt werden?
Weitere Hinweise zu Werkstattsicherheit finden Sie im Bereich Werkstatt & Arbeitsschutz Ratgeber.
Fazit
Der häufigste Fehler besteht darin, Arbeitsschutz beim Schweißen nur mit dem Tragen eines Schweißhelms gleichzusetzen. Tatsächlich wirken mehrere Gefahren gleichzeitig: Lichtbogenstrahlung belastet Augen und Haut, Schweißrauch gelangt in den Atembereich, und schlecht vorbereitete elektrische Verbindungen oder ungünstige Körperhaltungen erhöhen zusätzlich das Unfall- und Gesundheitsrisiko.
Ein sicherer Schweißarbeitsplatz kombiniert deshalb mehrere Maßnahmen: technisch einwandfreie Ausrüstung, geeignete persönliche Schutzausrüstung, wirksame Rauchabsaugung, gute Organisation und ein grundlegendes Verständnis der Gefahren.
Häufig gestellte Fragen zu Gefahren beim Schweißen
Welche Gefahren bestehen beim Schweißen?
Zu den wichtigsten Gefahren gehören Lichtbogenstrahlung, heiße Spritzer und Metallpartikel, Schweißrauch und Gase, Lärm, elektrischer Schlag sowie Belastungen durch ungünstige Körperhaltungen.
Reicht eine normale Schutzbrille beim Schweißen aus?
Nein. Beim Lichtbogenschweißen ist ein geeigneter Schweißhelm beziehungsweise Gesichtsschutz mit passender Schutzstufe erforderlich. Eine Schutzbrille kann bei Schleif- und Nebenarbeiten zusätzlich sinnvoll sein.
Wie schützt man sich vor Schweißrauch?
Schweißrauch sollte möglichst direkt an der Entstehungsstelle erfasst werden, zum Beispiel mit einer lokalen Absaugung. Wenn technische Maßnahmen nicht ausreichen, ist zusätzlich geeigneter Atemschutz erforderlich.
Entstehen elektromagnetische Felder nur beim WIG-Schweißen?
Nein. Elektromagnetische Felder entstehen bei verschiedenen Lichtbogenschweißverfahren durch die hohen Ströme in den Schweißleitungen. Die Leitungen sollten nicht um den Körper gewickelt werden und möglichst sinnvoll geführt werden.