Ein Schweißgerät kann viele Jahre zuverlässig arbeiten - vorausgesetzt, es wird richtig genutzt, regelmäßig kontrolliert und unter geeigneten Bedingungen gelagert. Das gilt für Geräte im täglichen Werkstatteinsatz genauso wie für Schweißinverter, die nur gelegentlich im Hobbybereich verwendet werden.
Zur richtigen Pflege gehören nicht nur Reinigung und der Austausch von Verschleißteilen. Ebenso wichtig sind die zulässige Einschaltdauer, freie Luftwege, intakte Leitungen, ein sauberer Brenner und ein sinnvoll organisierter Arbeitsplatz. Dieser Ratgeber zeigt, welche Kontrollen der Anwender selbst durchführen kann und wann besser ein Fachservice eingeschaltet werden sollte.
Herstellerangaben beachten - besonders die Einschaltdauer
Nach dem Kauf eines Schweißgeräts lohnt sich ein Blick in die Bedienungsanleitung - auch für erfahrene Anwender. Hersteller geben dort unter anderem Hinweise zu Einsatzbedingungen, Netzanschluss, zulässiger Umgebungstemperatur, Kühlung, Wartung und Einschaltdauer.
Die Einschaltdauer gibt an, wie lange ein Schweißgerät bei einer bestimmten Stromstärke innerhalb eines definierten Prüfzeitraums belastet werden darf, bevor eine Abkühlphase erforderlich ist. Sie ist deshalb kein allgemeiner Prozentwert, der unabhängig vom Schweißstrom gilt.
Ist für einen bestimmten Schweißstrom eine Einschaltdauer von 60 % angegeben, bedeutet das nicht, dass das Gerät unter allen Bedingungen beliebig 6 Minuten arbeiten und anschließend 4 Minuten pausieren kann. Maßgeblich sind immer die Prüfbedingungen und Angaben des Herstellers für das konkrete Gerät.
Wird die thermische Belastungsgrenze erreicht, schaltet bei vielen modernen Geräten ein Übertemperaturschutz den Schweißstrom ab. Diese Schutzfunktion sollte jedoch nicht als normaler Betriebsmodus betrachtet werden. Häufiges Arbeiten bis zur thermischen Abschaltung kann auf eine zu hohe Belastung, schlechte Kühlung oder ungeeignete Einsatzbedingungen hindeuten.
Wer sich grundsätzlich über unterschiedliche Geräteklassen informieren möchte, findet eine Übersicht unter Schweißgeräte.
Kabel, Brenner und Verschleißteile regelmäßig kontrollieren
Vor dem Arbeitsbeginn sollte der Zustand der wichtigsten Komponenten kurz kontrolliert werden. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Netzkabel, Schweißleitungen, Brenner beziehungsweise Elektrodenhalter und Masseklemme.
Beschädigte Isolierungen, gequetschte Leitungen, lockere Stecker oder stark erwärmte Anschlüsse sind keine Kleinigkeiten. Sie können zu Spannungsabfällen, instabilem Lichtbogen und im ungünstigsten Fall zu einem Sicherheitsrisiko führen. Beschädigte elektrische Leitungen sollten nicht provisorisch weiterverwendet werden.
Verschleißteile sind Verbrauchsteile
Bei MIG/MAG-Geräten gehören beispielsweise Stromdüse, Gasdüse, Düsenstock und Drahtführung zu den Komponenten, die regelmäßig kontrolliert werden sollten. Beim WIG-Schweißen betrifft das unter anderem Spannhülsen, Gasdüsen, Gaslinsen und Wolframelektroden. Auch Elektrodenhalter und Masseklemmen beim MMA-Schweißen unterliegen mechanischem und thermischem Verschleiß.
Passende Verbrauchs- und Ersatzteile finden Sie im Bereich Schweißzubehör.
Schweißgerät warten - was sollte wann kontrolliert werden?
Ein starrer Wartungsplan passt nicht zu jedem Gerät. Ein Inverter in einer sauberen Hobbywerkstatt wird anders belastet als eine MIG/MAG-Anlage in einer Metallbaufirma mit täglichem Schleifstaub. Sinnvoll ist deshalb eine Kombination aus regelmäßiger Sichtkontrolle und den Wartungsintervallen des Herstellers.
| Zeitpunkt | Was kontrollieren? | Warum? |
|---|---|---|
| Vor jeder Arbeit | Netzkabel, Schweißleitungen, Anschlüsse, Brenner, Masseklemme, Luftwege | frühzeitiges Erkennen sichtbarer Schäden und blockierter Kühlung |
| Regelmäßig | Brenner reinigen, Spritzer entfernen, Verschleißteile kontrollieren, Drahtführung prüfen | stabiler Lichtbogen und zuverlässiger Drahtvorschub |
| Nach Herstellerplan | weitergehende Wartung, Innenreinigung, elektrische Prüfung | Schutz der Elektronik und sichere Funktion |
| Bei Auffälligkeiten | ungewöhnliche Geräusche, Geruch, Überhitzung, Fehlercodes, instabiler Lichtbogen | möglichen Defekt nicht durch Weiterbetrieb verschlimmern |
Staub, Metallpartikel und Kühlung - warum Sauberkeit wichtig ist
Moderne Inverter-Schweißgeräte werden meist durch Lüfter gekühlt. Dadurch wird während des Betriebs kontinuierlich Umgebungsluft durch das Gerät geführt. Befindet sich die Maschine in einer stark staubbelasteten Werkstatt, können zusammen mit der Luft Schleifstaub und feine Metallpartikel in Richtung der Kühlkanäle und Elektronik gelangen.
Deshalb sollten Lüftungsöffnungen frei bleiben und nicht mit Tüchern, Werkzeugen oder Kabeln verdeckt werden. Das Gerät sollte außerdem nicht direkt neben einem Arbeitsplatz stehen, an dem intensiv geschliffen oder Metallstaub erzeugt wird.
Das Reinigen des Geräteinneren ist nicht mit dem Abwischen des Gehäuses vergleichbar. Im Inneren befinden sich elektrische Baugruppen und Kondensatoren. Arbeiten dort sollten nur entsprechend der Bedienungsanleitung und durch dafür geeignete Personen erfolgen. Das Gerät muss vorher vollständig vom Netz getrennt sein.
Wenn der Hersteller eine Innenreinigung mit trockener Druckluft zulässt, sollte sie kontrolliert und mit geeignetem Druck erfolgen. Zu hoher Luftdruck kann Staub tiefer in Baugruppen drücken oder empfindliche Bauteile beschädigen.
Richtige Nutzung, Störungen und Transport
Ein Schweißgerät sollte ausschließlich innerhalb seines vorgesehenen Einsatzbereichs betrieben werden. Dazu gehört auch, dass Netzspannung, Absicherung, Verlängerungsleitungen und angeschlossenes Zubehör zum Gerät passen.
Tritt während der Arbeit ein ungewöhnlicher Geruch auf, arbeitet der Lüfter auffällig, erscheinen wiederholt Fehlercodes oder schaltet das Gerät ohne nachvollziehbaren Grund ab, sollte der Betrieb beendet und die Ursache geprüft werden. Eigenmächtige Änderungen an Leistungselektronik oder Schutzsystemen sind keine sinnvolle Reparaturmethode.
Vor dem Transport sollte das Gerät ausgeschaltet und vom Netz getrennt werden. Zum Tragen sind die vorgesehenen Griffe, Gurte oder Transportpunkte zu verwenden. Ein Schweißgerät sollte niemals an Netzkabel, Brennerleitung oder Massekabel getragen werden.
Hinweise zum sicheren Arbeiten mit elektrischer Schweißtechnik finden Sie auch im Beitrag Arbeitsschutz beim Schweißen.
Wie sollte ein Schweißgerät gelagert werden?
Für längere Lebensdauer sind trockene und möglichst saubere Lagerbedingungen wichtig. Feuchtigkeit, leitfähiger Metallstaub und starke Temperaturschwankungen sind für elektronische Geräte ungünstig.
- trockener und sauberer Standort,
- stabile Aufstellung ohne Risiko des Umkippens,
- Schutz vor Schleifstaub, Wasser und aggressiven Dämpfen,
- keine schweren Gegenstände auf Leitungen und Brenner legen,
- Gerät beim Transport gegen Stöße und starke Vibrationen sichern.
Checkliste: So bleibt das Schweißgerät länger einsatzbereit
- Netzkabel und Schweißleitungen auf sichtbare Schäden prüfen.
- Brenner, Elektrodenhalter und Masseklemme kontrollieren.
- Lüftungsöffnungen freihalten.
- Passende Verschleißteile einsetzen.
- Gasdüse beziehungsweise Brenner von Schweißspritzern reinigen.
- Kabel ohne scharfe Knicke ablegen.
- Gerät trocken und stabil lagern.
- Verschleißteile rechtzeitig ersetzen.
- Auf ungewöhnliche Geräusche, Erwärmung und Fehlermeldungen achten.
- Wartungs- und Reinigungsintervalle des Herstellers einhalten.
Fazit
Die Lebensdauer eines Schweißgeräts hängt nicht nur von seiner Konstruktion ab. Eine freie Kühlung, intakte Leitungen, saubere Brennerkomponenten und rechtzeitig gewechselte Verschleißteile verhindern viele Probleme, bevor sie zu einem echten Defekt werden.
Besonders wichtig ist die Trennung zwischen einfacher Anwenderpflege und Arbeiten an der Elektronik. Sichtkontrolle, Reinigung zugänglicher Komponenten und der Austausch normaler Verschleißteile gehören zum Alltag. Eingriffe in das Geräteinnere sollten dagegen nur nach Herstellervorgabe und von entsprechend qualifizierten Personen durchgeführt werden.
Weiteres Zubehör und typische Verschleißteile für Schweißgeräte finden Sie unter Schweißzubehör.
Häufig gestellte Fragen zur Pflege und Wartung von Schweißgeräten
Wie oft sollte ein Schweißgerät gewartet werden?
Die Wartungsintervalle hängen vom Gerät, der Nutzung und der Umgebung ab. Sichtkontrollen von Leitungen, Anschlüssen, Brenner und Luftwegen sollten regelmäßig beziehungsweise vor der Arbeit erfolgen. Für weitergehende Wartungsarbeiten gelten die Angaben des Herstellers.
Warum überhitzt ein Schweißgerät?
Häufige Ursachen sind eine überschrittene Einschaltdauer, blockierte Lüftungsöffnungen, starke Staubbelastung, hohe Umgebungstemperatur oder ein technischer Defekt. Die zulässige Einschaltdauer und die Kühlbedingungen des Geräts sollten immer beachtet werden.
Darf man ein Schweißgerät selbst öffnen und reinigen?
Nicht ohne Weiteres. Arbeiten im Geräteinneren sollten nur durchgeführt werden, wenn sie vom Hersteller vorgesehen sind und die ausführende Person dafür qualifiziert ist. Vor Eingriffen muss das Gerät vollständig vom Netz getrennt sein; im Inneren können auch nach dem Abschalten gefährliche Spannungen vorhanden sein.
Welche Verschleißteile sollten regelmäßig kontrolliert werden?
Je nach Verfahren gehören dazu unter anderem Strom- und Gasdüsen, Düsenstöcke, Drahtführungen, Brennerkomponenten, Elektrodenhalter, Masseklemmen sowie Schweiß- und Netzkabel.
Wie lagert man ein Schweißgerät richtig?
Das Gerät sollte trocken, sauber und möglichst staubarm gelagert werden. Lüftungsöffnungen dürfen nicht blockiert sein. Beim Transport sollte das Schweißgerät gegen Stöße und Umkippen gesichert und ausschließlich an den dafür vorgesehenen Griffen oder Befestigungspunkten getragen werden.